Öffentliche Ankündigung durch die lokale “>CDU-Abgeordnete Gitta Connemann und durch das Familienministerium, Anwesenheit lokaler Presse Hofberichterstatter willkommen. Ein Kamera-Team von SpiegelTV jedoch darf nicht mit dabei sein.
Die Kinderkrippe Wolkenstürmer wurde aus öffentlichen Mitteln des Konjunkturpakets gebaut. Ein zusätzliches Vorhaben, angeblich in dreimonatiger Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit realisiert – gerade passend für den Wahlkampf. Der Termin der Ministerin soll der Selbstdarstellung dienen: Ostfriesen-Zeitung, General-Anzeiger, neue Osnabrücker Zeitung und Facebook machen mit. Kritische Fragen, die der Spiegel stellen könnte, würden hier nur stören. Auf Wunsch der Ministerin erteilt der Hauseigentümer, der Bürgermeister von Westoverledingen, Eberhard Lüpkes, einen Platzverweis an das Drehteam, Ihr Referent Kristian Tangermann (hier im vertrauten Gespräch mit der Chefin) begleitet das Drehteam vor die Türe. Doch das bisher bereits gedrehte Video spricht für sich.
Die Herangehensweise scheint Methode zu haben: Auch auf AbgeordnetenWatch antwortet die einladende Abgeordnete gerne – aber meistens nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit und nach Bekanntgabe der eMail-Adresse.
Die Ministerin jedoch möchte man mit einem satirisch veränderten Wahlplakat fragen:
. Aber mit der Veränderung von Wahlplakaten ist das so eine Sache. Daher setzen wir hier nur einen Link. Und diesen kann man ja auch überkleben
. So wie die CDU. Die soll ja bereits beginnen, Wahlplakate der Konkurrenz zu überkleben.
Insgesamt ein merkwürdiges Verständnis von Pressearbeit. Von einer unabhängigen Presse würde man sich Fragen wünschen, wenn andere Pressevertreter unsanft vor die Türe komplementiert werden! Oder freut man sich, weil man selber keine Videokamera dabei hat und die besser ausgestattete Konkurrenz per Platzverweis entsorgt wird? Jedenfalls aber leistet man Vorschub für einen weiteren Verfall der Presselandschaft. Der Präsident des Verbands deutscher Zeitungsverleger hat in der Zwischenzeit nichts Besseres zu tun, als such wortreich darüber zu beklagen, wie das Internet die Presse enteignet.
Immerhin: Der Kölner Stadt-Anzeiger greift das Thema auf – dort haben Sie offenbar Netzpolitik.org gelesen und verstanden, daß das nicht so prickelnd ist. Hier jedenfalls: Danke an das Spiegel Team!
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